Feuerwehr: Geburtsort vor Reifenhandel - Kind in Rettungswagen geboren

 

19.12.2015 - 11:08

Hemer. In Hemer ist jetzt ein Baby in einem Rettungswagen zur Welt gekommen. Das Kind kam pünktlich zum Geburtstermin - nur nicht am vorgesehenen Ort.

Eine Geschichte wie aus einer Fernsehserie – dramatisch und anrührend zugleich – ist am frühen Donnerstagmorgen der Besatzung eines Rettungswagens der Hemeraner Feuerwehr widerfahren: In ihrem Fahrzeug ist ein neuer Erdenbürger auf die Welt gekommen. Einer, der es so eilig hatte, dass er die Fahrt von Hemer zum Krankenhaus Bethanien nicht abwarten wollte.

Die Fruchtblase der werdenden Mama ist bereits geplatzt, als Rettungsassistentin Franziska Krischek zusammen mit ihrem Kollegen um 4.30 Uhr in der Wohnung der Familie ankommt, die den Notruf gewählt hatte. Schnell weiß sie, dass Eile geboten ist, weil die Wehen bereits in kurzen Abständen kommen. Termingerecht und auf den Tag genau will das Kind hinaus auf die Welt, und das mit Nachdruck. „Weil ich wusste, dass es knapp wird, haben wir einen Arzt nachalarmiert“, so Franziska Krischek, und man merkt der 22-Jährigen einen Tag nach dem Erlebnis immer noch die Aufregung an, wenn sie über besonderen Einsatz spricht.

Dann geht alles sehr schnell: Es ist ein Junge!
Die Rettungsassistentin sitzt hinterm Steuer des Krankenwagens, als sie merkt, dass hinten etwas im Gange ist. „Ich dachte, ich halte besser mal an“, erzählt Franziska Krischek. An der Iserlohner Straße in Höhe der Firma Vergölst stoppt sie den Wagen. Die Geburt ist da schon in vollem Gange. Dann geht alles sehr schnell. Franziska Krischek schafft es gerade noch, die Schwangere von ihrer Hose zu befreien, als das Köpfchen des Kindes auch schon zum Vorschein kommt. 30 Sekunden später ist das Baby um genau 4.58 Uhr da. Es ist ein Junge.

„Das war ein so schöner Augenblick“, sagt die Rettungsassistentin, die schon zum zweiten Mal bei einer Geburt dabei gewesen ist. Die Anspannung fällt schnell von allen ab, als sich abzeichnet, dass Mutter und Kind wohlauf sind. Auch der Vater, der im Auto hinterher gefahren war, ist nach der großen Aufregung überglücklich. Nach den ersten Untersuchungen geht es weiter Richtung Iserlohn. Im Bethanien-Krankenhaus wird der Rettungswagen aus Hemer mit dem Neugeborenen schon erwartet, Mutter und Kind werden in den Kreißsaal gebracht.

Es kehrt Ruhe ein. Bei den Eltern des neuen Erdenbürgers, die nun drei Kinder haben, und auch bei den Kräften der Feuerwehr. Und alle werden diesen 17. Dezember 2015 nicht vergessen. Es ist eben alles andere als Routine, wenn ein Kind im Rettungswagen zur Welt kommt.

Quelle: DerWesten.de, Carmen Ahlers