30.12.2015 - 13:11
Hemer. Besonderen Herausforderungen musste sich die Feuerwehr 2015 stellen, und auch im neuen Jahr steht einiges an, das die Feuerwehr beschäftigen wird – 2016 wird der Brandschutzbedarfsplan fortgeschrieben. So geht es dann um die Frage, welches Niveau der Brandschutz in Hemer erreichen soll und wird – personelle Entscheidungen stehen an, zum anderen geht es um Planungen für die Zukunft.
„Wir hatten 2015 den ersten Großbrand nach fünf Jahren“, berichte Feuerwehr-Chef Markus Heuel am Montag beim Jahresabschluss in der Feuer- und Rettungswache in Westig. Bereits am 5. Januar musste die Feuerwehr zum Diekgrabener Weg nach Ihmert ausrücken. Ohne die Hilfe der Freiwilligen Feuerwehr ging es nicht. Schwierigkeiten gab es mit der Löschwasserversorgung, drei Familien wurden durch den Brand obdachlos.
Insgesamt 66 Brände im Hemeraner Stadtgebiet
Insgesamt hat es dieses Jahr bisher 66 Mal im Hemeraner Stadtgebiet gebrannt, davon werden 59 sogenannte Kleinbrände gezählt. Im vergangenen Jahr mussten die Blauröcke 69 Mal ausrücken. Brandmelderanlagen schlugen 51 Mal in 2015 an, 2014 waren es acht Alarmierungen weniger. Böswilliger Alarm wurde in diesem Jahr keiner gezählt, im vergangenen Jahr waren es zwei. Die Zahl der sogenannten blinden Alarme hat sich verdoppelt, das sind zum Beispiel Einsätze, wenn Rauchmelder Alarm auslösen.
„Glücklicherweise wurden wir in Hemer von Naturkatastrophen wie Überschwemmungen und Stürmen verschont“, freute sich Markus Heuel. Insgesamt 386 Mal wurde die Feuerwehr zu Hilfeleistungen gerufen. Diese Zahl bewegt sich auf dem Vorjahresniveau. „Die an uns gestellten Anforderungen konnten wir dank des Einsatzes unserer aktiven Feuerwehrkameradinnen und -kameraden, unseres Ausbildungsstandes und unserer Ausstattung erfüllen“, so der Feuerwehr-Chef. 5941 Einsätze schlugen im Bereich der Krankentransporte und des Rettungsdienstes zu Buche.
An der Feuer- und Rettungswache sind zurzeit 59 Mitarbeiter beschäftigt. „Hier beschäftigten uns dieses Jahr die Vorbereitungen auf die Umstellung der 48-Stunden-Woche zum 1. Januar 2016“, erläuterte Markus Heuel, Hauptbestandteil sei der Abschluss der Dienstvereinbarung „Gestaltung des Wachwechseldienstes“ zwischen Bürgermeister und Personalrat gewesen, man werde die höchstzulässige wöchentliche Arbeitszeit von 48 Stunden einhalten.
Heuel machte deutlich, dass die Umstellung viel Verunsicherung und Aufregung gebracht habe. Heuel: „Wollen wir hoffen, dass wir von neuer Regelungswut verschont bleiben. Und die Mannschaft nun die Gelegenheit hat, sich längerfristig in die neuen Gegebenheiten einzuleben.“
Der demographische Wandel macht sich bei den Löschgruppen der Freiwilligen Feuerwehr bemerkbar. Zurzeit werden 218 Mitglieder gezählt, das sind 27 Frauen und Männer weniger als im Jahr 2014. So sind einige zum Beispiel in die Alters- und Ehrenabteilung gewechselt. Mitgliederwerbung ist ein Ziel für das kommende Jahr; die Löschgruppe Sundwig zum Beispiel geht bereits mit guten Beispiel voran und wirbt sehr aktiv für den Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr.
Stolz ist man in Hemer auf die Jugendfeuerwehr, die 43 Jungen und Mädchen zählt und zu den Mitglieder stärksten Jugendfeuerwehren des Märkischen Kreises gehört. Auch über eine Kinderfeuerwehr könne in Hemer nachgedacht werden, wenn es Personal gebe, das die Aufgabe der Betreuung und Ausbildung übernehme, sagte der Leiter der Feuer- und Rettungswache.
Stellvertretender Leiter der Wache wird ernannt
Zum 1. Januar tritt das Brand-, Hilfeleistungs- und Katastrophenschutzgesetz NRW in Kraft; das einige Änderungen mit sich bringen wird. Zum Beispiel sollen die Einheiten Vertrauensleute bekommen, die Regelungen für Aufwandsentschädigungen und Änderungen beim Kostenersatz werden die Wehr beschäftigen. Zudem stehen wichtige Personalentscheidungen an. Nachdem Ralf Westhelle eine neue Herausforderung im Ruhrgebiet angenommen hat, muss ein stellvertretender Wachleiter ernannt werden. Zudem gibt es einen Wechsel in der Leitung der Jugendfeuerwehr.
Quelle: DerWesten.de, Carmen Ahlers